Sommerfest beim Nachbarn – der Geschichtsverein Besigheim auf Schloss Liebenstein

Es ist schon zu einer Tradition geworden, dass der GVB sein Sommerfest in einer Nachbargemeinde feiert.

Frank Merkle M.A. war noch in der Woche zuvor auf der Suche nach weiteren Informationen gewesen. Jede neue Information bedeutet für den Historiker und Germanist Merkle, dass er seine Suche ausweiten kann. Seinen Gästen aus Besigheim vermittelte er bei zwei 90minütigen Führungen einen Eindruck davon, wer – wann – mit wem – in welchem Teil des Schlosses, der oberen oder unteren Burg – gelebt hat und wie die Verwandtschaft oder die Glaubenszugehörigkeit oder der Schwur auf einen Herrscher das jeweilige Verhalten geprägt hat.

Im 13. Jahrhundert gab es den Konflikt zwischen dem Stauferkaiser Friedrich II und seinem Sohn König Heinrich VII, der evtl. den Ausbau von Liebenstein als Reichsburg zwischen den Burgen des kaisertreuen Badener Markgrafen von Baden, Lauffen und Besigheim, vorantrieb. Friedrich II. lässt sogar seine Sohn Heinrich inhaftieren, begnadet ihn nicht und Heinrich stirbt im Gefängnis.

Im 16. Jahrhundert gibt es mehrere Faktoren, die sich günstig auf die Entwicklung von Liebenstein ausgewirkt haben könnten. Die Verwandtschaft des Burgherren mit dem Erzbischof von Mainz und  Herzog Ulrichs Streit mit den Habsburgern und seinen daraus resultierenden Hoffnungen, dass er  aus dem Bauernkrieg Vorteile ziehen könnte.

Das Fazit für die Teilnehmer war, dass trotz allem, was man über Liebenstein zu wissen glaubte, jeder doch wieder zahlreiche neue Informationen erhalten hat. Zwischen den Führungen war Zeit für Kaffee und Kuchen und Abends für ein gemeinsames Essen eingeplant, so dass die neuen Erkenntnisse diskutiert werden konnten.